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Archiv für die Kategorie „Interessantes“

Wer allein auf die staatliche Hilfe zählt, hat sich verrechnet

Pflege ist ein aktuelles Thema: Bereits heute liegt die Zahl der Pflegebedürf­tigen in Deutschland bei rund 2,25 Millionen – Tendenz steigend. Zwar ist jeder Krankenversicherte automatisch auch pflegepflichtversichert, die gesetzliche Pflegeversicherung ist jedoch nur eine Teilabsicherung und übernimmt die anfallenden Kosten im Pflegefall nur unzureichend. Zusätz­liche private Vorsorge ist also ratsam. Doch bei welchem Angebot man zugreift, sollte gut überlegt sein.

Pflege kann teuer werden

„Ich habe am meisten Angst davor, einmal selbst Pflegefall zu werden.“ 81 % der Befrag­ten antworteten so auf eine Umfrage der AXA Krankenversicherung. Damit lag diese Befürchtung an erster Stelle. Weniger bedrückt hat die Menschen die Aussicht auf Alters­armut, Berufsunfähigkeit oder Krankheit. Erstaunlich aber dies: Für all diese weniger befürchteten Fälle war besser vorgesorgt worden als für den Pflegefall. Möglicherweise liegt das an Unwissenheit. Zwar ist jeder Krankenversicherte automatisch auch pflege­pflichtversichert, die gesetzliche Pflegeversicherung ist jedoch nur eine Teilabsicherung und übernimmt die anfallenden Kosten im Pflegefall nur unzureichend.

Eine Pflegekraft, diverse Hilfsmittel oder unter Umständen sogar der Umbau der eigenen vier Wände sind zumeist mit hohen Kosten verbunden. Dass gute Pflege teuer ist, verdeut­lichen auch die folgenden Rechenbeispiele: Vollstationäre Pflege in einem Heim kann leicht 3.500 Euro und sogar mehr im Monat kosten. Dagegen beträgt die Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung – einerlei, ob Kasse oder privat – für Pflegestufe III zurzeit nur 1.510 Euro monatlich.

Aber auch bei täglich zweistündiger ambulanter Versorgung eines in Stufe II Eingestuften durch einen professionellen Dienst tut sich eine finanzielle Versorgungslücke auf. 1.040 Euro Versicherungsleistung stehen 1.650 Euro reine Pflegekosten gegenüber. Die Kosten für zusätzlichen Bedarf wie Essen auf Rädern, Wohnungsreinigung usw. kommen hinzu. Bei einer Pflegedauer von durchschnittlich acht Jahren bedeutet das einen enormen Finanzbedarf, der kaum aus den Renteneinkünften zu bestreiten ist. Um Finanzierungs­lücken zu schließen, wird also das eigene Vermögen angegriffen. Und wenn das aufgebraucht ist, müssen die Kinder mit ihrem Einkommen und Vermögen für die Pflege der Eltern einspringen. Davor kann man sich mit einer privaten Pflegeergänzungsversiche­rung schützen.

Absicherung will gut überlegt sein

Das Angebot dazu ist vielfältig. Es reicht von Pflegerenten- über Pflegekosten- bis zu Pflegegeldtarifen. Von der Rentenvariante raten Verbraucherorganisationen ab. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hier ungünstig. Und Pflegegeldtarife haben gegenüber den Kostentarifen den Vorteil, dass ein fest vereinbarter Tages- oder Monatsbetrag ohne Nachweis von Pflegekosten ausgezahlt wird. Wenn dann noch eine obligatorische Dynamik inbegriffen ist, ist sichergestellt, dass sich der Versicherungsschutz steigenden Pflegekosten anpasst. Die Beitragsfreistellung im Pflegefall ist ebenfalls ein Merkmal, das man bei der Wahl der Versicherung berücksichtigen sollte. Ein weiterer Pluspunkt könnte es sein, wenn der gewählte Tarif den Kunden sogar darin unterstützt, fit zu bleiben und möglichst gar nicht erst zum Pflegefall zu werden.

Bernd Müller von der AXA Generalvertretung Bernd Müller & Partner ergänzt die Überlegungen zur Pflegeabsicherung noch um einen wichtigen Gesichtspunkt: „Jeder, der schon mal mit einem Pflegefall zu tun hatte, weiß, dass starke emotionale Belastungen auf die Familie zukommen.“ Insbesondere in der Anfangsphase der Pflegesituation wachsen den Angehörigen die Dinge über den Kopf. Da ist es gut, wenn die Versicherung neben dem Pflegegeld auch praktische Hilfe leistet, dass zum Beispiel jemand ins Haus kommt und das Notwendige organisiert. Nach der grundsätzlichen Entscheidung, Pflegevorsorge zu treffen, will gut überlegt sein, welches Versicherungsangebot den eigenen Bedürfnissen gerecht wird. Nicht alle Angebote sind in dieser Hinsicht zufriedenstellend. Am besten ist eine Beratung durch einen Fachmann oder eine Fachfrau in Versicherungsfragen.